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22.11.2018

Nightwish @ Hallenstadion 2018

ein Bericht von Leandra Jordi

zu den Bildern: Nightwish

Für Nightwish zu eröffnen hat für Beast in Black eine besondere Bedeutung. Nicht nur, weil beide Bands aus Finnland kommen, sondern auch, weil der allererste Auftritt von Beast in Black vor gut drei Jahren ebenfalls im Vorprogramm von Nightwish war. Nun sind sie auf den europäischen Konzerten der „Decades“-World-Tour dabei - und machen ihre Sache ziemlich gut.

Druckvoller Heavy/Power Metal, spielfreudige Musiker, ein variabler Sänger, stilmässig an die glorreichen 80er angelehnt. Doch dann, ganz plötzlich, wird es anders. Der Titel „Crazy, Mad, Insane“ passt wie die Faust aufs Auge. Jetzt wird der Heavy Metal mit DJ-BoBo-Beat unterlegt. Im Publikum verwunderte Blicke, auf der Bühne Oktoberfest in Lederkluft. Aber einigen gefällt es. Und eingängig sind diese Songs trotz allem. Irgendwie. Meine Empfehlung: Beast in Black for Eurovision Song Contest.

Bevor Nightwish die Bühne betreten, kommt ein Einspieler, in dem darum gebeten wird, doch mal für 2 Stunden aufs Handy zu verzichten. Man solle doch das Konzert so geniessen wie vor 20 Jahren, also direkt und nicht durch die Handykamera. Einige Zuschauer nicken brav. Andere filmen das Ganze mit dem Handy.

Opulent inszeniert, aber nicht über alle Zweifel erhaben. Soweit das Fazit zur Show. Viel Pyros, Konfetti und aufwändige Bilderwelten auf der grossen Leinwand machten Eindruck. Die Band fiel dagegen etwas ab. Natürlich beherrschen alle ihre Instrumente, keine Frage. Aber irgendwie schien die Luft etwas raus zu sein, nicht die ganze Zeit schien es allen gleich viel Spass zu machen. Doch es gab auch immer wieder gute Momente, in denen Freude zum Vorschein kam.

Die Sängerinnenfrage ist ein heikles Thema. Ob Floor Jansen singen kann steht nicht zur Diskussion. Aber ob Nightwish für sie die perfekte Band ist? Die Frage muss erlaubt sein, wenn man zum Beispiel hört, wie sie sich bei ihrem Projekt Northward „ausleben“ kann. Zudem spielt wie immer der Gewöhnungseffekt eine grosse Rolle. Die grossen Hits von früher kennt man halt mit Tarja Turunens Stimme.

Floor Jansen sagte zu Beginn einen „Roadtrip“ auf der „Memory Lane“ an. Tatsächlich war die Setlist ein Querschnitt durch das Schaffen der Band. Ein starker Start mit „Dark Chest of Wonders“, „Wish I Had an Angel“ und „10th Man Down“ ging über in einen ruhigeren Teil, in dem die Stimmung etwas abflachte. „The Carpenter“ vom Debütalbum und „Devil and The Deep Dark Ocean“ vom Nachfolger waren Highlights für die Fans der ersten Stunde. Schön auch „Slaying The Dreamer“ vom grossartigen „Century Child“. „Nemo“ durfte natürlich auch nicht fehlen und zum Schluss gab es ein Kapitel von „The Greatest Show on Earth“. Insgesamt war es ein guter Rückblick auf das bisherige Schaffen von Nightwish um Mastermind Tuomas Holopainen. Die rund 8000 Zuschauer im Zürcher Hallenstadion wurden gut unterhalten, waren aber nicht durchwegs begeistert.

Text & Bilder: Leandra Jordi



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