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01.03.2018

Swiss Music Awards: Nemo räumt ab

ein Bericht von Melek Sarikurt

Zu den Bildern: Swiss Music Awards 2018

Wenn das kein Grund ist, um die (Kreativ-)Pause zu unterbrechen: Gleich für vier Swiss Music Awards («Best Male Solo Act», «Best Breaking Act», «Best Live Act» und «Best Hit») war Newcomer Nemo an der Verleihung der 11. Swiss Music Awards im Hallenstadion Zürich nominiert – und holte sich in allen vier den Betonklotz nach Hause. Der18-jährige Rapper und Sänger punktete an der Verleihung gleich nochmals mit seiner sympathischen und bescheidenen Art. Ausgerüstet mit einem kleinen, gelben Büchlein betrat er die Bühne, um den ersten Award abzuholen. Er wollte niemanden vergessen in seiner Dankesrede und hatte sich daher die Namen der Personen notiert, die einen Beitrag zu seinem Erfolg geleistet haben. Es ging Schlag auf Schlag, einen Klotz nach dem anderen wanderte zu Nemo. Bei der Auszeichnung für den «Best Hit» nahm der Bieler Musiker noch zwei Begleiter mit: Lorenz «Lo» Häberli (Lo & Leduc) und Dodo Jud («Hippie-Bus»), die neben Nemo selber und Marco Jeger als Songwriter bei «Du» mitgewirkt haben.

Hommage an Polo Hofer und Hanery Amman
Auch Züri West durften sich freuen: Die Berner Mundartrocker, die bereits drei Betonklötze ihr Eigen nennen dürfen, konnten zwei weitere entgegen nehmen: für «Best Group» und «Best Album». In seiner Dankesrede zeigte sich Kuno Lauener dankbar, brachte aber auch zum Ausdruck, dass der Verlust von grossartigen Mitmusikern wie Polo Hofer und Hanery Amman die Herzen schwer macht. «Diese Auszeichnungen geben uns Rückenwind für neue Produktionen und eine neue Tournee», so Kuno Lauener.
Fehlen durfte an diesem Abend auch eine Hommage an die beiden Künstler nicht: Die musikalische Würdigung von Polo Hofer und Hanery Amman übernahmen Büne Huber und Sina. Sie sangen gemeinsam den «Rumpelstilz»- Klassiker «Die gfallene Ängel», zollten den beiden Schweizer Musiklegenden damit Tribut und berührten damit die Herzen.
Mit dem «Tribute Award» wurde posthum Martin Ain geehrt, vier Monate nach seinem Tod im Alter von 50 Jahren. Der Musikproduzent und Coroner-Bassist Tommy Vetterli hielt die Laudatio auf Ain, der als Mitbegründer und Bassist der legendären und stilprägenden BlackMetal-Band Celtic Frost das Genre weltweit nachhaltig beeinflusst hat. Max Cavalera (Sepultura/Soulfly), Charlie Benante (Anthrax) und Danko Jones erwiesen Martin Ain in bewegenden Video-Beiträgen ihre letzte Ehre.


Faber teilte gehörig aus
Crimerwurde mit dem «SRF 3 Best Talent»-Award ausgezeichnet und meinte: «Dieser Pflasterstein ist der Grundstein meines ersten Hauses». Danitsa erschien im verführerischen roten Kleid und erhielt als Best Act Romandie die Beton-Trophäe. «Also so fühlt es sich an», sagte Eliane strahlend, als sie am Rednerpult auf der Bühne stand. Nach drei Nominationen in den vergangenen Jahren wurde ihr erstmals der Swiss Music Award als «Best Female Solo Act» überreicht.
Faber wurde mit dem Artist Award ausgezeichnet – eine besondere Ehre, wird dieser Preis doch von den Musikerinnen und Musikern selber verliehen. Er meldete sich per Einspieler zu Wort, da er gerade in Deutschland auf Tour ist. Nicht nur wegen der Untervertretung von Künstlerinnen in der Schweizer Popmusik, sondern auch wegen der hauptsächlich kommerziellen Kriterien für eine Nominierung, geraten die Swiss Music Awards immer wieder in die Schusslinie. Singer-Songwriter Faber brachte dies auf ironische Art aufs Tapet. Ebenso kriegte die Radiolandschaft sein Fett weg. Faber liess es sich auch nicht nehmen, ein weiteres klares Statement abzugeben: «An all die konservativen rechten Vögel: Ich wäre froh, wenn ihr nicht so aktiv daran arbeiten würdet, die Schweiz kaputt zu machen.»
Auch Ed Sheeran meldete sich per Videobotschaft zu Wort und bedankte sich für seine zwei Auszeichnungen als «Best Solo Act International» und «Best Hit International».

Campino und sein Tipp an Mitmusiker
Und was wäre eine Musikpreisverleihung ohne Musik? Die Toten Hosen performten ihren Song «Alles passiert» und schlugen eher balladeske Töne an. Alexandra Maurer, die gemeinsam mit Stefan Büsser den Anlass moderierte, wollte im Anschluss von Frontmann Campino wissen, ob im Song Resignation herauszuhören sei. Campino verneinte und erklärte: «Es geht darum, dass manche Dinge einfach so sind wie sie sind, und sie so zu akzeptieren sind». Einen Gratistipp für alle Musiker gab es auch noch auf den Weg: Musik machen, weil es Spass macht und nicht um Karriere zu machen.
Die nationalen Acts, die das Hallenstadion mit Musik füllten, boten Klänge von urban bis urchig: Veronica Fusaro performte ihren Song «Better If I Go» und Hecht ihre neue Single «Kawasaki». Dodo feat. Rita Roof besangen die Zürcher «Hardbrugg» und sprangen kurzfristig für Adel Tawil ein, der seinen Auftritt aus persönlichen Gründen kurzfristig absagte. Ihre besten Punchlines gaben die Schweizer Rapper Arti, LCone, KT Gorique, Ali und Xen im energetischen «Bounce Cypher»-Showblock zum Besten. Und Trauffer schloss das Spektakel mit seinem neuesten Hit: «Schnupf, Schnaps + Edelwyss» ab.
Die 12. Ausgabe der Swiss Music Awards findet am 1. Februar 2019 statt.

www.swissmusicawards.ch



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